BIG steht für Bewegung als Investition in Gesundheit – und die aktuelle wissenschaftliche Beweislage verspricht in der Tat vielfältige Renditen: Vorbeugung von Herz-Kreislauf- Erkrankungen, Diabetes und Krebs, Vermeidung von Bluthochdruck und Übergewicht, Linderung von Beschwerden (z.B. bei Rückenschmerzen), Verbesserung des körperlichen und seelischen Wohlbefindens, Entwicklung von Selbstvertrauen und sozialer Unterstützung – um nur einige der gesundheitsförderlichen Wirkungen von Bewegung zu nennen.

Allerdings sind die Chancen auf diese Renditen ungleich verteilt: Diejenigen in unserer Gesellschaft, die aufgrund ihrer Bildung, ihres Einkommens und günstiger Lebensbedingungen ohnehin über die besseren Gesundheitschancen verfügen, bewegen sich deutlich mehr als die anderen – und profitieren so am meisten vom gesundheitlichen Nutzen der Bewegung. Nach den Ergebnissen des Bundesgesundheitsberichts liegt der Anteil derjenigen, die keinen Sport betreiben, in der Oberschicht bei ca. 30%, in der Unterschicht dagegen rund doppelt so hoch. Speziell Frauen der Unterschicht schneiden dabei am schlechtesten ab (ca. 65% sportlich Inaktive bei den 30-60-jährigen).

BigUniMuslimaSchwimmen150308-2830Das BIG-Projekt hat das Ziel, die Chancen von Frauen in schwierigen Lebenslagen zu verbessern, an den vielfältigen positiven Effekten von Bewegung teilzuhaben. Dass dies nicht einfach ist, zeigt ebenfalls ein Blick auf die vorliegenden wissenschaftlichen Studien, nach denen Bewegungsinterventionen mit sozial benachteiligten Gruppen bisher nur in den seltensten Fällen nachhaltige gesundheitsförderliche Wirkungen erzielt haben. Das ist die praktische Herausforderung von BIG: diejenigen für Bewegung als Investition für Gesundheit zu gewinnen, die es am nötigsten haben, aber am schwierigsten zu erreichen sind. Die nicht minder große wissenschaftliche Herausforderung – BIG gehört zu den 10% der in der 1. Runde der Präventionsforschung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung beantragten Projekten, die für eine Förderung ausgewählt wurden – besteht darin, innovative Maßnahmen zu entwickeln und umzusetzen, mit denen sich eine nachhaltige Bewegungsförderung mit Frauen in schwierigen Lebenslagen realisieren lässt und zugleich angemessene Evaluationsinstrumente zu erarbeiten, mit denen die Wirkungen dieser Maßnahmen zu erfassen sind.

Die im Modellprojekt BIG und seinen Nachfolgeprojekten gewonnenen Erkenntnisse wurden für die Anwendung in der Prävention und Gesundheitsförderung im BIG Manual für die Anwendung in der Praxis zusammengefasst.

BIG hat zur Bewältigung dieser praktischen und wissenschaftlichen Herausforderungen verschiedene Ansätze entwickelt, die sich auf sieben aktuelle Brennpunkte der Gesundheitsförderung beziehen lassen.